SEIFENGESCHICHTE |
Vor 4500 Jahren war es in Babylonien gelungen, Seifen herzustellen . Aufzeichnungen von Sumerern in Tello / Mesopotamien (heute: Süd - Irak ), beschreiben Rezepturen und Herstellungsverfahren. Diese Tontafel empfiehlt: 1 Liter Öl mit der fünffachen Menge Pottasche zu vermischen und zu kochen. Auch wurden Rezepturen gefunden , die Seifen aus Pottasche und Tierfett herstellten. Pottasche entsteht durch Auswaschungen von Pflanzenasche in einem großen " POTT " dadurch entsteht eine Lauge: Kaliumcarbonat. |
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Die Verwendung von Seife findet man auch bei anderen alten Kulturen.
Die Seife war schon bekannt. und diente meist magischen Ritualen, wie Reinigung vor dem Tempelbesuch. In ägyptischen Dokumenten wird berichtet: Tierische Fette oder pflanzliche Öle wurden mit Soda ( Mineral aus getrockneten Salzseen) vermischt und gekocht. sie enthielten oft ( für heute anmutende, kuriosen Stoffe ): Schlangenhaut, Gazellendung, Vogelsehnen, Fliegendreck, Schildkrötenpanzer, Kranichfett, Halbedelsteinpulver und vieles andere mehr. Zur Heilbehandlung wurde Seife auch benutzt: Viele der damaligen Hautkrankheiten entstanden eigentlich durch Mangel an Körperpflege und diese Seifen wirkten durch die Reinigungswirkung ---wie eine Art Medizin. ( z.B. gegen Würmer und Gicht ) Die eigentliche Waschkraft der Seifen wurde später erst erkannt. |
Ägyptische Wandbilder zeigen, wie Sklaven die Wäsche mit Keulen schlagen, um sie zu reinigen. |
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Römische Seifen ( - Salben ) Badehäuser in Rom waren öffentlich. Die Thermen wurden von Allen besucht... .. selbst von reichen Römern die im eigenen Haus ihre Baderäume hatten .. denn die Thermen dienten nicht nur zur Reinung, des Körpers, Sondern waren auch Treffpunkt zur Geselligkeit. Es fanden Glückspiele statt ( z. B. Würfeln) und auch Geschäfte wurden abgewickelt. Seifen bestanden aus pulverförmigen Substanzen .. "Salbe" aus Ziegenfett und Pottasche. Sie wurde mit Kleien, Bimsteingranulat versetzt.... es war eine Art Schmierseife. sie wurde auf die gesamte Haut aufgetragen.. und mit einem gekrümmten Schabeeisen wieder heruntergekratzt. |
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Im 7. Jahrhundert brachten Araber die Technik des Seifensiedens nach Spanien. Vor allem Spanien, Italien und später Frankreich besaßen die erforderlichen Rohstoffe. Oliven dienten als Öllieferant, die Aschen von Meerespflanzen enthielten Soda. Durch den Zusatz von Duftstoffen, die aus verschiedenen Pflanzen gewonnen wurden, verfeinerte man in Frankreich die Seifen. Damit war die Toilettenseife geboren, die als kosmetische Seifenkugeln an Europas Höfen hochgeschätzt. Lange Zeit war Seife ein kostbarer Luxusartikel für wenige, wohlhabende Menschen. |
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Im 15. Jahrhundert fand Körperhygiene mit Wasser und Seife nicht mehr statt. Badehäuser und Dampfbäder wurden geschlossen, die jahrhundertelang zum Alltag gehörten. Ärzte und Mediziner warnten, daß Badehäuser schuld an der Pestübertragung wären. Wasser würde durch die Poren dringen , und die Körpersäfte erweichen. Es "genügte" die Körperwäsche zu wechseln.. Diese hatte dann die Aufgabe den Körper reinzuhalten sozusagen zu "waschen ".. |
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Zu Beginn unseres Jahrhunderts war Wäschewaschen reine Handarbeit. Kochen in Seifenlauge, bearbeiten der Wäsche auf dem Waschbrett. Beseitigen hartnäckiger Flecken mit der Wurzelbürste. Spülen im Wasser eines Baches- war eine sehr harte Arbeit . In den meisten Haushalten wurde für den Eigenbedarf Schmierseife selbst hergestellt. Rohstoffe waren Pottasche und Rüböl, Hanföl, Leinöl, Tran und Talg. |
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![]() Statue des Nicolas Leblanc (1742-1806) |
Leblanc-Verfahren:
Nicolas Leblanc entwickelte 1790 ein Verfahren zur Gewinnung von Natriumcarbonat (Soda). Dabei wird aus Natriumchlorid und Schwefelsäure Natriumsulfat hergestellt , und dieser mit Kalk und Kohle erhitzt. Sein Verfahren war einfach und billig. Er wurde zwar geehrt, aber sein Patent eingezogen. Seine Fabrik wurde die französische Nationalvesammlung konfiziert. Er bekam die Fabrik zwar durch Napoleon zurück, fand aber keine Geldgeber um sie wieder zu eröffnen. Er nahm sich 1806 das Leben. |
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Solvay-Verfahren: Hierbei stellt man zunächst durch Einleitung von Ammoniak und Kohlenstoffdioxid in eine fast gesättigte Kochsalzlösung, Ammoniumhydrogencarbonat her. Dieses setzt sich mit dem Kochsalz, zum verhältnismäßig schwer löslichen Natriumhydrogencarbonat um. |
![]() Ernest SOLVAY 1838- 1922 |
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Erst durch die Entwicklung der Waschmaschinen und der modernen Waschmittel wurde das Waschen wesentlich erleichtert. Die Waschmaschine war eine Sensation. |
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1907 war das erste Vollwaschmittel auf den Markt gekommen. Es enthielt neben Seifenpulver Natriumperborat als Bleichmittel und Natriumsilicat als Stabilisator = PERSIL. |
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Industrietechnische Seifenherstellung In einer Seifenfabrik wird Pflanzenfett mit Natronlauge (Laugenverfahren) oder Natriumcarbonat (Carbonatverfahren) verkocht. Durch überhitzten Wasserdampf in einem riesigen Kessel werden die Zutaten gesiedet bis nach mehreren Tagen ein zähflüssiger Seifenleim entstanden ist. Diesen trocknet man anschließend und raspelt ihn zu Spänen. ( pellieren) Aus der geruchlosen Grundseife (Kernseife oder Basisseife) entsteht durch den Zusatz von Farb- und Geruchsstoffen die Feinseife . Nach dem Kneten und anschliessendem Pressen in Formen ist sie dann fertig zum Verpacken und zum Versand. |
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![]() Maritime Seifen |
Seife in Transparentschichten giessen. Kleine Holzstreuer und event. Glitzer |
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Kleine, mit "Ozeanfrische" beduftete Gästeseifen ( oder als -Einleger - für größere Seifen ) |
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Trockenblumen in grünlich gefärbte Transparentseifen Leider verlieren die Lobelien und Viola tricolor ihre blaue Farbe ) |
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Küchenlorbeerblätter eigenen sich sehr gut Nur aufpassen..... sie schwimmen, in der heissen Seifenschicht schnell nach oben. ich habe sie mit einem Holzspiess kurz festgedrückt. |
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Eine grüne Sonnenseife. |
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Ich giesse gern in mehreren Schichten. Dadurch bekommt die Seife "optische Tiefe" ( geheimnissvoll ) Fast jede meiner Seifen hat vier bis fünf verschiedene Schichten, die ich jeweils trocknen lasse: z.B.: 1. Schicht - Transparentseife mit Duft 2. Schicht - Transparentseife mit Streuer oder andere Einleger 3. Schicht - eingefärbte Transparentseife .. eventuell mit Glitzer 4. Schicht - Opak weiße Seife. 5. Schicht - opak eingefärbte Seife. |
![]() Erste Stück ist die von der Trockenblumenseife das zweite Stück ist von der Leuchtturmseife das dritte Stück ist von der Sonnenseife. |
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ROSENSEIFE einige Tropfen Rosenöl und für die Frische noch ein wenig Zitronenduftöl |
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SANDELHOLZSEIFE da habe ich aus oranger, brauner, weißer Seife und einer schwarzen Seife "Knödel " gemacht. Duft: Sandelholzöl und Nelkenöl. |
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DÜNENGRAS-Seife Weiße und grüngefärbte Seife. Duft: "Gras"- mix und Pfefferminzöl. |